Tausend Gründe, um kreativ zu schreiben!
Warum Menschen kreativ schreiben, hat zahlreiche Gründe, darunter schöne, aber auch traurige.
Viele unserer Kursteilnehmenden berichten, wie sie in schweren Zeiten Trost gefunden haben mit dem Schreiben von Blogs, von Briefen, von erfundenen Geschichten oder von Tagebüchern.
Kreatives Schreiben kann so vieles sein, man kann es nutzen als therapeutisches Schreiben, man kann schreiben, um sich zu erinnern mit den Methoden des autobiografischen Schreibens und man kann literarisch schreiben, entweder nur für sich oder auch für andere.
Schreiben nur für sich: Tagebuchschreiben

Tagebuchschreiben auch im Urlaub
Ich habe mit etwa zwölf Jahren von meiner Patentante mein erstes Tagebuch bekommen. Es war weiß, mit einem gepolsterten Kunstlederumschlag und Goldschnitt und es hatte natürlich ein kleines goldenes Schloss. Mein erster Satz darin lautete: Ich heiße Sibylle Zimmermann, bin 1,64 cm groß und habe blaue Augen. Offenbar dachte ich damals, ich müsse mich dem Tagebuch erst einmal vorstellen.
Danach wurden Schritt für Schritt meine Einträge natürlicher, ich schrieb alles, was mich bewegte, ohne nachzudenken auf und seit jenem ersten Satz haben mich unzählige Tagebücher durchs Leben begleitet.
In schlechten Zeiten schaffen sie es, dass ich bei Verstand bleibe.
In guten Zeiten werden sie Zeugen meiner Freude.
Ich muss gestehen, ich kann mir ein Leben ohne Schreiben nicht vorstellen
Egal, wo ich auf der Welt war, immer saß ich irgendwo mit aufgeschlagenem Tagebuch und habe geschrieben.
Im Zug, im Bett, am Strand, auf dem Sofa oder im Baum… schreiben braucht kaum Ausrüstung, nur Stift und Papier, und man kann es fast überall tun.
Meine Tagebücher sind für mich beste Freundin, Therapeut, Mutter, Coach, stiller Zuhörer, alles in einem. Und sie geben mir seit jeher Halt.
Keine einzige Tätigkeit hat mich so konsequent und lückenlos durch mein Leben begleitet wie das Tagebuch-Schreiben.
Literarisches Schreiben: So ein inneres Vibrieren

Entdeckt in einem Blumenladen
Und dann gibt es auch noch das andere, das literarische Schreiben, das Schreiben, um seine Kreativität aufblühen zu lassen, um etwas zu erschaffen und es vielleicht sogar einmal vorzuzeigen.
Das können Gedichte sein oder Kurzgeschichten, Minitexte, Theaterstücke, Romane – Geschichten eben.
Einmal hat mich eine gute Freundin gefragt, warum ich überhaupt Geschichten schreibe, denn das sei ja vergleichsweise unlukrativ. Ich musste nicht lange überlegen.
Es fühlt sich an wie verliebt sein, sagte ich, so ein inneres Vibrieren. Aufbruch, Abenteuer, Faszination, ganz Aufgehen im Jetzt, es ist der Schreibprozess an sich, der mich glücklich macht.
Der berühmte Flow!
Was sagen berühmte Autorinnen und Autoren zum literarischen Schreiben?
Nicht jeder ist beim Schreiben so glücklich wie ich. John Irving hat das Schreiben einmal mit Ringen verglichen, für George Orwell war „ein Buch zu schreiben ein schrecklich anstrengender Kampf, vergleichbar mit einer schmerzhaften Krankheit.“
Für Wolf Haas hingegen ist das Schreiben wie ein Rausch.
Für viele ist nicht nur das autobiografische, sondern auch das literarische Schreiben eine Art Therapie.
So zum Beispiel war Karen Blixen der Meinung, dass man jeden Kummer erträglich machen kann, indem man ihn in eine Geschichte einbaut oder eine Geschichte darüber schreibt. Und die großartige Herta Müller hat einmal gesagt: „Ich habe mir nie vorgenommen, zu schreiben. Ich habe damit angefangen, als ich mir nicht anders zu helfen wusste.“
Die ganz große Freude: Schreiben ohne Perfektionsdruck
Ich finde, jeder sollte kreatives Schreiben ausprobieren dürfen, ohne Leistungsdruck, ohne Angst vor dem Zensiertwerden und ohne Perfektionsanspruch.
Die Chance ist groß, dass man dann entdeckt, dass Schreiben, in welcher Form auch immer, die pure Freude sein kann!
Und nur so nebenbei erwähnt: alle unsere Abendkurse sind genau so konzipiert, nämlich als Einführung ohne Leistungsdruck, ohne Kritik und Perfektionsanspruch. Einfach nur ausprobieren, lernen und freudig drauflos schreiben. Hier gehts zu den Abendkursen >>
Hat man das kreative Schreiben erst einmal für sich entdeckt, wird es sich ganz von alleine entwickeln. Vielleicht zu einem kleinen Genuss für zwischendurch, zu einem Trost in Zeiten des Kummers oder zu einem aufregenden Abenteuer, wenn man sich auf den Weg in die Welt des literarischen Schreibens macht.