Manuskript einreichen – Wichtige Infos für Autoren!

Einreichung eines Manuskriptes bei Verlagen, Literaturagenturen, Wettbewerben etc.

 

Sie haben das Ende einer wunderschönen Reise erreicht, sei es das Schreiben eines Romans oder von Kurzgeschichten, und jetzt möchten Sie Ihr Werk verschicken. In der Hoffnung, dass es angenommen und veröffentlicht wird. Gut, dass Sie sich hier informieren, denn je professioneller Autoren sind, um so besser stehen die Chancen auf Veröffentlichung.

Wir MitarbeiterInnen des Instituts für Kreatives Schreiben arbeiten nicht nur als Autoren, sondern auch als Herausgeber, als Jurymitglieder bei Preisen, als Ausschreibende von Wettbewerben und/oder als Lektoren. Wir haben schon so manches Manuskript erhalten, bei dem wir irritiert den Kopf schüttelten.

Daher hier unsere Tipps, wie man es besser nicht machen sollte:

 

Sie haben etwas gegen Erfolg? Dann reichen Sie Ihr Manuskript so ein:

  • Alles in Kleinbuchstaben, einfach weil Ihnen danach ist und außerdem ist das Kunst
  • Handschriftlich, denn Ihr Roman ist so fantastisch, da wird sich das Lektorat doch wohl die Mühe machen, das zu entziffern, oder?
  • Dicht beschrieben bis an den Rand, so dass keinerlei Platz für Korrekturen bleibt, denn an Ihrem Werk gibt es sowieso nichts zu verbessern
  • Einfacher Zeilenabstand, Schriftgröße 8, wer das nicht lesen kann, sollte sich eine Brille kaufen
  • Der Begriff Normseite hört sich nach Norm an und Sie sind Künstler abseits jeder Norm!
  • Rechtschreibung, Interpunktion: nein danke. Wozu gibt es denn das Lektorat?
  • Geheim halten, wer der Autor des Werkes ist. Name und Adresse auf keinen Fall aufs Manuskript schreiben, das könnte wie Angeberei wirken. Besser soll die Lektorin es aus dem Anschreiben entnehmen und selbst drauf schreiben
  • Niemals Seitenzahlen! Klar könnte es sein, dass die Blätter einmal durcheinander geraten und der Lektor dann nicht mehr weiß, in welcher Reihenfolge er den Text lesen soll. Aber jetzt mal echt: Erstens ist das ein wertvolles Werk, da passt man gefälligst auf, zweitens hält ja keiner die Lektoren davon ab, die Seitenzahlen von Hand drauf zu schreiben und drittens kann es sein, dass durch das Durcheinandergeraten der Seiten ganz neue Textbezüge entstehen. Das ist natürlich nur interessant, wenn für derartige Experimente auch ein offenes Gegenüber da ist, aber davon kann man im literarischen Umfeld doch wohl ausgehen, oder?

 

Professionelles Manuskript: erhöhte Chancen auf Veröffentlichung!

Aber jetzt einmal im Ernst, es ist wie mit Bewerbungen: Der erste Eindruck entsteht durch die Form. Sieht das Manuskript sauber und professionell aus, wird es eher eine Chance bekommen. Sieht es schlampig und unprofessionell aus, kommt es darauf an, ob man auf Sie gewartet hat im Verlag.

Sind Sie Newcomer, schreiben Sie Belletristik, fürchten wir, der Verlag hat nicht unbedingt auf Sie gewartet. Bei Sachbüchern und Fachbüchern kann das ein bisschen anders sein, je nach Thema. Aber im Bereich Belletristik erhalten die Verlage unzählige Manuskripte und Lektoren haben nicht mit ein oder zwei pro Woche, sondern oft mit einem hohen Stapel pro Woche zu tun.

Sehen Ihre Unterlagen gut aus, stehen die Chancen gut, dass sie angeschaut werden. Wenn nicht, stehen die Chancen schlechter.

 

Manuskript einreichen:

Checkliste mit den 10 wichtigsten Punkten!

  1. Titel, Autorenname und alle wichtigen Kontaktdaten auf die erste Seite
  2. Titel, Autorenname, Mailadresse auf jedes Blatt in die Fußzeile, am besten in kleinerer Schrift
  3. Seitenzahl auf jede Seite, am besten oben in die Mitte
  4. Normseiten: 30 Zeilen x 60 Zeichen inkl. Leerzeichen, siehe auch unter „Normseite“
  5. Schriftgröße, je nach Schrift, 11 oder 12 Punkt
  6. Zeilenabstand 1,5
  7. Breite Ränder lassen für Korrekturen
  8. Formatierung: linksbündig, rechts Flattersatz (kein Blocksatz!)
  9. Keine Trennungen, sieht zwar nicht schön aus, aber es erspart dem Setzer viel Arbeit
  10. Lose Blätter, denn meist ist das Manuskript durch das Heften weniger gut zu handhaben

 

Unprofessionelles Manuskript, toller Inhalt?

Aber trotz all dieser Angaben sollte man die Kirche im Dorf lassen: Ist Ihr Roman gut, richtig gut, wird ihn bestimmt niemand ablehnen, weil Sie die Normseite nicht exakt eingehalten haben. Und auch nicht, wenn Sie aus Versehen Blocksatz eingestellt haben statt Flattersatz und so weiter. Oder hin und wieder ein Komma vergessen haben.

Es geht nicht darum, keine Fehler zu machen, denn es ist schließlich nicht Anliegen der Verlage, Autoren diesbezüglich zu beurteilen. Es geht lediglich darum, zu zeigen, dass man die ganze Sache ernst nimmt und dass man dem jeweiligen Gegenüber nicht eine große Menge an Arbeit auflädt, die es unter Umständen gar nicht leisten kann und das Manuskript deshalb ablehnen muss.
Letztendlich ist vor allem der Inhalt ausschlaggebend und nicht die Stelle, an der die Seitenzahlen stehen!